Mit der Fenix 8 Pro rückt Garmin die Satelliten- und Mobilfunkverbindung in den Mittelpunkt. Die Fenix 8 Pro wird damit zum „Smartphone am Handgelenk“ – doch welchen Nutzen bringt das Anwenderinnen und Anwendern wirklich?
Garmin macht kein Geheimnis daraus: Die wichtigste Neuheit der Fenix 8 Pro in diesem Jahr ist die inReach-Funktion. Im Grunde könnte diese Eigenschaft die Uhr bereits vollständig beschreiben. Statt die Spannung künstlich zu verlängern, folgt ein genauer Blick darauf, was sie im einmonatigen Test ermöglicht hat.
inReach: Die lang erwartete Killer-Funktion?
Was bringt inReach auf Garmin-Uhren konkret? Kurz gesagt: Die Funktion hält Sie mit der Welt verbunden. Selbst mitten in der Wildnis können Sie über die Uhr Nachrichten austauschen oder Ihre Angehörigen anrufen. Das Smartphone muss nicht länger in der Tasche mitgeführt werden, um erreichbar zu bleiben – diese Aufgabe übernimmt die Uhr.
Die Technologie hat allerdings eine Einschränkung: Sie steht nur Besitzern einer Fenix 8 Pro zur Verfügung, die untereinander kommunizieren können, sowie Nutzern eines Smartphones mit der App Garmin Messenger. Vor einer Tour sollten Ihre Angehörigen die Anwendung daher unbedingt installieren.
Im Notfall
Allein diese Kommunikationsfunktion wäre bereits stark. Garmin geht mit der Fenix 8 Pro jedoch noch weiter und integriert einen „SOS“-Modus. Wie die Bezeichnung nahelegt, sollte er ausschließlich in extremen Notfällen verwendet werden.
Nach der Aktivierung sendet die Uhr über Satellitenverbindung – oder über Mobilfunk, falls verfügbar – eine Nachricht an das Garmin-Response-Zentrum. Anschließend nimmt ein Mitarbeiter Kontakt mit dem Nutzer, den Notfallkontakten und den Rettungskräften auf. Garmin weist darauf hin, dass das „Response“-Team seit mehr als 20 Jahren besteht. Es hat bereits über 17.000 Fälle in 150 Ländern auf allen Kontinenten betreut.
Ein neuer Bildschirm
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Nachdem die inReach-Funktion im Mittelpunkt stand, geht es zurück zu den Grundlagen dieser Smartwatch – angefangen beim Display. Garmin verkauft die Uhr in zwei Grössen: 47 und 51 Millimeter. Die kleinere Ausführung besitzt weiterhin ein hochwertiges AMOLED-Display, während die 51-Millimeter-Variante, die 100 Euro mehr kostet, mit einem einzigartigen MicroLED-Panel ausgestattet ist.
Es erreicht eine Spitzenhelligkeit von 4.500 Nits. Laut Garmin ist die Fenix 8 Pro mit diesem neuen Bildschirm die derzeit hellste Smartwatch auf dem Markt. Zum Vergleich: Das iPhone 17 Pro Max kommt auf eine maximale Helligkeit von 3.000 Nits. Der neue Bildschirm fordert allerdings seinen Preis bei der Akkulaufzeit, worauf später im Test noch eingegangen wird.
Ein weiterhin extrem robustes Gehäuse
Zum Abschluss des Themas Design und äussere Erscheinung lohnt sich ein Blick auf das Uhrengehäuse der Fenix 8 Pro. Es besteht aus Titan und ist ausgesprochen widerstandsfähig. Das Display schützt Saphirglas vor Kratzern.
Der einzige wirkliche Kritikpunkt beim Design ist letztlich der Verzicht auf das 43-Millimeter-Format. Garmin bietet die Fenix 8 Pro nur noch in zwei grossen Varianten an. Selbst an schmaleren Unterarmen lässt sie sich recht gut tragen. Mit einem Gewicht von 70 bis 93 Gramm, abhängig von der jeweiligen Version, wirkt die Uhr nicht wirklich schwer – ganz vergessen lässt sie sich am Handgelenk aber nie.
Software-Neuheiten
Wie bereits erwähnt, besteht das grosse Software-Update von Garmin bei der Fenix 8 Pro in diesem Jahr vor allem aus der inReach-Funktion. Ansonsten bietet die Uhr dieselben Gesundheitsmessungen wie die „klassische“ Fenix 8.
Dazu zählt insbesondere eine sehr präzise Herzfrequenzmessung über den Sensor Elevate Gen 5. Darüber hinaus erfasst die Uhr weitere Gesundheitswerte, darunter die Sauerstoffsättigung, die Herzfrequenzvariabilität (HFV) und die Körpertemperatur.
Beim GPS bietet Garmin eines der besten Trackings, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Die Uhr verfügt über Multi-Band-GNSS mit SatIQ-Technologie. Ohne allzu tief in die technischen Details einzusteigen: Sie kann automatisch die besten Satelliten auswählen, um die Position präzise zu verfolgen und zugleich die Akkulaufzeit zu optimieren.
Im Alltag erschienen mir die Daten durchweg plausibel. Die Werte lagen zwar unter meinen üblichen Durchschnittswerten, insbesondere bei der Belastungsherzfrequenz. Dafür scheint mir jedoch der Kälteeinbruch und der damit verbundene natürliche Rückgang meiner Herzfrequenz eher verantwortlich zu sein als der Herzfrequenzsensor dieser Fenix 8 Pro.
Die Benutzeroberfläche: Noch immer so kompliziert?
Die Benutzeroberfläche und das Nutzungserlebnis sind seit jeher Garmins Schwachstelle. Nachdem ich in den vergangenen Jahren mehrere Garmin-Uhren tragen konnte, muss ich jedoch anerkennen: Die Marke hat grosse Fortschritte gemacht.
Die Software der Uhr wurde mit zwei Zielen überarbeitet. Einerseits sollte die Oberfläche zugänglicher werden und Einsteigern den Einstieg erleichtern. Andererseits durfte man erfahrenen Nutzern keinesfalls Optionen oder Daten wegnehmen.
Mit der Fenix 8 Pro bleibt vieles dennoch recht „technisch“. Eine Uhr für 1.200 Euro gehört schliesslich kaum an das Handgelenk eines Anfängers. Sie richtet sich an Spezialisten und verhält sich auch entsprechend. Die vielen Menüs und Dutzenden Informationen können in den ersten Tagen durchaus überwältigend sein.
Keine Sorge: Man gewöhnt sich schnell daran. Wer gerade 1.200 Euro für eine Smartwatch ausgegeben hat, dürfte mit dem technischen Fachvokabular ohnehin bereits vertraut sein – oder es sehr bald werden.
Akkulaufzeit: Der grosse Schwachpunkt?
Wäre dieser Test ausschliesslich ein Bericht über meine persönliche Nutzung, würde ich sagen, dass die Garmin Fenix 8 Pro eine beachtliche Akkulaufzeit bietet. Sie reicht mehr als aus, um jeden erdenklichen Bedarf abzudecken.
Das würde allerdings einen wichtigen Punkt ausblenden. Garmin stellte mir für diesen Test freundlicherweise eine Fenix 8 Pro mit 47 Millimetern zur Verfügung. Meine schmalen Handgelenke wissen diese Aufmerksamkeit zu schätzen, allerdings hatte ich dadurch nicht den neuen MiniLED-Bildschirm. Und genau dieser spielt für die Akkulaufzeit der Uhr eine wesentliche Rolle.
Ein Blick auf Garmins Angaben verdeutlicht das: Die Fenix 8 Pro AMOLED mit 47 Millimetern bietet 16 Tage Akkulaufzeit, davon 7 Tage im Modus „Display immer eingeschaltet“. Mein einmonatiger Test bestätigt diese Werte: Eine Ladung pro Woche genügte, um stets im bevorzugten Bereich zwischen 80 und 20 Prozent zu bleiben.
Komplizierter wird es bei den Angaben zur Garmin Fenix 8 Pro mit 51 Millimetern und MiniLED-Display. Hier sinkt die Akkulaufzeit auf 10 Tage und auf nur 4 Tage bei aktiviertem Modus „Display immer eingeschaltet“. Die Richtigkeit dieser Angabe konnte ich, wie bereits deutlich geworden sein dürfte, nicht selbst überprüfen.
Mehrere Tests von Kollegen deuten jedoch darauf hin, dass Garmin die eigenen Werte eher konservativ ansetzt. Bei klassischer Nutzung könnte die Uhr etwas mehr als eine Woche durchhalten.
Wie lautet das Urteil nach einem Monat?
Was bleibt also nach einem Monat mit der Garmin Fenix 8 Pro am Handgelenk? Wie schlägt sich die Uhr gegenüber ihrer Konkurrenz? Erfüllt sie meine Erwartungen?
Tatsächlich erfüllt die Garmin Fenix 8 Pro meine Erwartungen nicht nur, wie alle sehr hochwertigen Uhren übertrifft sie sie deutlich. Sie kann während eines gesamten UTMB laufen und hat daher keinerlei Schwierigkeiten mit meiner sonntäglichen Runde von „nur“ 15 Kilometern.
Diese Uhr zu nutzen, ist ein wenig wie einen Rennwagen im Schritttempo zu fahren. Es macht grossen Spass und ist sogar komfortabel, sobald man die Benutzeroberfläche beherrscht. Dennoch fühlt man sich angesichts der aussergewöhnlichen Fähigkeiten des Produkts schnell überfordert. Ich teste vernetzte Produkte stets gerne, doch manchmal muss man sich eingestehen, dass sie nicht für einen selbst gemacht sind.
Sollte man eine Garmin Fenix 8 Pro kaufen?
Die Garmin Fenix 8 Pro ist eine aussergewöhnliche Uhr. Genau das ist vermutlich aber auch ihr grösster Nachteil. Mit ihrer Vielzahl an Funktionen, Sensoren und ihrer Qualität richtet sie sich an eine Elite. Für 99 % der französischen Bevölkerung würde ich sie nicht empfehlen. Nicht, weil sie für diese Menschen ungeeignet wäre, sondern weil sie ihren Bedarf bei Weitem übersteigt.
Mit einer Garmin Fenix 8 Pro am Handgelenk bleiben Ihnen alle Möglichkeiten offen. Sie überzeugt sowohl durch ihr Display als auch durch ihre Daten. Präzise, elegant und robust fügt sie sich nahtlos in das umfangreiche Garmin-Ökosystem aus Fahrradcomputern, Sensoren und weiteren Geräten ein. Die entscheidende Frage lautet letztlich nicht, ob sie zu Ihnen passt, sondern ob Sie zu ihr passen.
Garmin Fenix 8 Pro
1199,99€
8.3
| Kategorie | Bewertung |
|---|---|
| Bildschirm | 9.5/10 |
| Sensoren | 8.5/10 |
| Akkulaufzeit | 8.0/10 |
| Preis-Leistungs-Verhältnis | 8.0/10 |
| Nutzererlebnis | 7.5/10 |
Das gefällt uns
- Sehr helles Display
- inReach-Funktion
- Zuverlässige Gesundheitssensoren
- Äusserst robust
Das gefällt uns weniger
- Akkulaufzeit etwas schwach
- Sehr hoher Preis
- Wuchtiges Gehäuse
- Komplexe Benutzeroberfläche
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