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Withings Nutrio U-Scan im Test: Urinanalysator einen Monat lang getestet

Person hält ein weißes medizinisches Gerät und ein Smartphone über einem Badwaschbecken mit Handseife und Handtüchern.

Die französische Marke Withings führt seit einiger Zeit einen Urinanalysator in ihrem Sortiment. Wir haben ihn einen Monat lang getestet.

Vielleicht kennen Sie die französische Marke Withings bereits durch ihre Smartwatches, Waagen oder Blutdruckmessgeräte. Doch das Unternehmen geht bei der täglichen Gesundheitskontrolle noch weiter: Es erfasst unseren Schlaf mit Sensoren unter der Matratze und überwacht mit dem Nutrio U-Scan sogar unsere Ernährung. Dabei handelt es sich um einen Urinanalysator – und genau dieses Gerät steht heute im Mittelpunkt.

Auf dem Papier ist das Versprechen von Withings ehrgeizig. Das Unternehmen möchte eine alltägliche Routine ohne jeglichen Aufwand für die Nutzenden in ein echtes Werkzeug zur Gesundheitsüberwachung verwandeln. Hinter dem Gerät, das wie aus einem Zukunftsfilm wirkt, verbirgt sich eine Fülle an Daten.

Wie aussagekräftig sind diese Werte? Kann man ihnen vertrauen? Und vor allem: Bringen sie im Alltag tatsächlich einen Mehrwert? Das klären wir in diesem Test.

Nutrio U-Scan: schnelle und unkomplizierte Installation

Bevor es um das Gerät selbst, seine technischen Daten oder die bereitgestellten Informationen geht, muss es zunächst installiert werden. Eine Smartwatch anzulegen oder sich auf eine Waage zu stellen, erfordert keine Anleitung – bei einem Urinanalysator ist die Einrichtung dagegen etwas aufwendiger.

Nachfolgend finden Sie die Anleitung zum Wechseln der Kartuschen im U-Scan und zur Reinigung des Geräts.

Glücklicherweise begleitet Withings die Nutzenden durch jeden einzelnen Schritt. Über die zugehörige Smartphone-App lässt sich ein Video-Tutorial ansehen, mit dem auch die erste Messung durchgeführt werden kann. Die Einrichtung ist insgesamt recht einfach und dauert nur wenige Minuten.

Ein Gerät, ein Nutzer: schade

Direkt nach der Installation sorgte das Gerät bei mir zu Hause natürlich für Gesprächsstoff. Da ich jedoch als Standardnutzer hinterlegt war, wurden sämtliche Daten anhand meines Profils ausgewertet – also auf Basis meines Alters, Geschlechts, meiner Größe und meines Gewichts.

Das Gerät kann keine unterschiedlichen Nutzerprofile verwalten. Das ist besonders bedauerlich, denn ein Produkt wie ein Urinanalysator wird naturgemäß von mehreren Personen verwendet.

Withings verteidigt dieses Konzept und erklärt, dass ein eigenes Gerät pro Nutzer der beste Weg sei, besonders verlässliche Daten sicherzustellen. In diesem Punkt liegt die Marke durchaus richtig, wie wir im weiteren Verlauf dieses Tests noch sehen werden.

Nutrio U-Scan: eine echte Investition

Der Kauf eines Nutrio U-Scan ist auf lange Sicht angelegt. Es handelt sich nicht um einen spontanen Kauf. Vielmehr sollte dieses Produkt als langfristige Investition in die eigene Gesundheit betrachtet werden.

Wichtig ist: Der Nutrio U-Scan, also das Gerät selbst, bildet nur einen Teil des Gesamtkonzepts. Auf der Website von Withings stehen zwei Angebote zur Auswahl. Das erste heißt „Proaktiv“ und ermöglicht zwischen 2 und 4 Tests pro Woche. Diese Tests werden mit einer Kartusche durchgeführt, deren Lebensdauer begrenzt ist. Laut Withings lassen sich mit einer Kartusche etwa zwanzig Tests durchführen. Ist sie leer, muss sie ersetzt werden. Eine neue Kartusche im „proaktiven“ Modus kostet 99,95 €.

Wer mehr als 4 Messungen pro Woche durchführen möchte, muss das „intensive“ Abonnement wählen, das zwischen 5 und 7 Messungen pro Woche ermöglicht. Die Erneuerung erfolgt jeweils mit einem Paket aus 2 Kartuschen zum Preis von 179,96 €.

Beide Angebote ermöglichen in der Begleit-App kostenlosen Zugriff auf die Daten von Withings+. Der Erstkauf für das Abonnement „Proaktiv“ – Gerät und eine Kartusche – kostet 349,95 €. Die „intensive“ Variante wird zu einem Einstiegspreis von 429,96 € angeboten.

Interessante Daten?

Nachdem der Nutrio U-Scan in der Toilette installiert und sein Geschäftsmodell verstanden ist, können wir die Daten, die Withings mit diesem Gerät liefert, genauer betrachten.

Nachfolgend sehen Sie eine der ersten Messungen, die während dieses Tests durchgeführt wurden.

Ketone

Der erste von der Marke hervorgehobene Wert ist der Ketonspiegel im Urin. Er ist die direkte Folge davon, dass der Körper Fett verbrennt. Den Ketonwert im Blick zu behalten, ist besonders relevant, wenn Sie eine Diät machen, viel Sport treiben oder intermittierendes Fasten praktizieren.

In der Medizin wird die Messung von Ketonen im Urin allerdings eher unterschiedlich beurteilt. Dieser Wert ist deutlich ungenauer als eine Blutuntersuchung und liefert lediglich einen Trend sowie einen allgemeinen Überblick. Für eine langfristige Nutzung ist das ideal.

Urin-pH-Wert

Der U-Scan erfasst außerdem den Urin-pH-Wert. Damit lässt sich das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers einschätzen. Dieser Indikator steht in direktem Zusammenhang mit der Ernährung. Anhand dieses Werts können Nutzende erkennen, ob ihre Ernährung zu protein- oder ballaststoffreich ist.

Für möglichst gute Ergebnisse empfiehlt es sich, die Messungen nach Möglichkeit immer zur gleichen Uhrzeit durchzuführen. Der Urin-pH-Wert verändert sich sehr schnell: Flüssigkeitszufuhr, Medikamenteneinnahme oder die letzte Mahlzeit können ihn vollständig beeinflussen. Auch hier geht es vor allem darum, über einen längeren Zeitraum ein Gesamtbild zu erhalten.

HydroStatus

78 % der Französinnen und Franzosen trinken nicht genug. Zur Erinnerung: Pro Person werden täglich zwischen 1 und 1,5 Litern Wasser empfohlen. Angesichts dieses Problems der öffentlichen Gesundheit bietet Withings zumindest einen ersten Lösungsansatz. Durch die HydroStatus-Messung kann der U-Scan mitteilen, ob die jeweilige Person ausreichend hydriert ist oder nicht.

Im Alltag ist das sehr nützlich. Während meines Tests war dies mit Abstand der Wert, den ich am aufmerksamsten verfolgt habe. Er hatte auch den größten Einfluss auf meine Lebensweise.

Vitamin C

Die vierte und letzte Messung des U-Scan betrifft den Vitamin-C-Gehalt im Urin. Dieser Wert kann helfen, die Mahlzeiten etwas ausgewogener zusammenzustellen. Ein zu niedriger Vitamin-C-Wert lässt sich durch einen zu geringen Verzehr frischer Produkte wie Obst und Gemüse erklären. Bei langfristigen Mängeln sollten Sie folgende Lebensmittel in Ihre Ernährung aufnehmen: Zitrusfrüchte, Kiwis, Erdbeeren, Paprika, Brokkoli oder Tomaten.

Liegen die Vitamin-C-Werte hingegen über dem Normalbereich, ist das ebenfalls nicht unbedenklich. Die Ursache kann eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr oder ein Mangel in einem anderen Bereich sein. Zusätzliche Proteinquellen – anstelle eines Vitamin-C-reichen Obstes oder Gemüses – können helfen.

Unser Urteil zum U-Scan Nutrio?

Mit diesem Gerät ermöglicht Withings eine Gesundheitskontrolle, die beinahe nebenbei erfolgt. Vor dem Toilettengang muss allerdings daran gedacht werden, eine Analyse zu starten. Das kann zu kuriosen Situationen führen, wenn die Sekunden für die Initialisierung des Geräts zu einer echten Geduldsprobe werden.

Abgesehen von diesem praktischen Aspekt ist der U-Scan Nutrio ein ausgezeichnetes Gerät. Er erlaubt es, wichtige Werte wie den Hydrationsstatus, den Keton- und Vitamin-C-Spiegel sowie den Urin-pH-Wert schnell und unkompliziert zu verfolgen. Die Withings-App auf dem Smartphone macht diese Daten leicht verständlich, und die Nutzererfahrung läuft sehr flüssig ab.

Allerdings hat das Gerät auch einige Schwächen. Die beiden wichtigsten sind, wie bereits erwähnt, sein wenig überzeugendes Kostenmodell und die fehlende Möglichkeit, mehrere Nutzerkonten auf einem Gerät zu verwenden.

Was die Zuverlässigkeit der Messungen betrifft, haben mehrere wissenschaftliche Studien die Vorteile eines solchen Geräts aufgezeigt. Es eignet sich sehr gut, um allgemeine Entwicklungen sichtbar zu machen, bleibt aber erwartungsgemäß weniger präzise als Laboranalysen.

Withings erklärt seinerseits, mehrere „interne Studien zur analytischen Leistungsfähigkeit“ durchgeführt zu haben. Das Unternehmen verweist auf ein sehr gutes Ergebnis mit einer Übereinstimmung von 97 bis 100 % bei den gemessenen Biomarkern.

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